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V.A.: FemaleFuture Transatlantic
Female Artists from Germany & USA

Tracklisting:

1.  Niobe (D): "The Hills"
2.  Alice Coltrane (USA): "Medley: Journey in Satchidananda /
     Galaxy in Satchidananda"
3.  Michaela Melián (D): "Kloster"
4.  Masha Qrella (D): "Everything Shows"
5.  Gladys Garcia (D): "Iron And"
6.  Designer Imposter (USA): "Good News"
7.  Morgenstern & Lippok (D): "Please Wake Me Up For Meals"
8.  Mike Grant feat. Sky (USA): "A Beautiful Thing"
9.  Dj Genesis (USA): "Loose Control"
10. The Student Body Presents (USA): "The Rush Hour"
11. Divinity (USA): "Find A Way / Dj Minx?s Blackout Mix)
12. O1O (USA): "2 Dollar Bill"
13. Miss Marjorie (USA): "Invisible"
14. Barbara Lahr (D): "Last Goodbye"

Nach der erfolgreichen Compilation FemaleFuture im vergangenen Jahr erscheint nun mit FemaleFuture Transatlantic der nächste Teil auf Phazzadelic, dieses Mal in einer Koop kompiliert mit bzw. von den Labels Moving Records und Rubaiyat (Heidelberg/Berlin).
Noch stärker als bei der ersten FemaleFuture widmet sich FemaleFuture Transatlantic mit besonderem Schwerpunkt den Produzentinnen und Macherinnen und hebt sich dadurch von den mittlerweile zahlreichen "best of female singers..."-Compilations ab. So sind auf FemaleFuture Transatlantic fast ausschließlich Künstlerinnen vertreten, die komponieren, Texte schreiben, Instrumente spielen und die Musik produzieren.
Entsprechend findet diese Compilation eine besondere Beachtung:

"Als ich unlängst ein viel versprechendes Elektronik-Festival besuchen wollte, rieb ich mir beim Durchsehen des Programms verwundert die Augen. Wo waren denn die weiblichen Artists? Auf der Website: Fotos von Männern. Und noch mehr Fotos von Männern. Vergessen? Ja, bzw.: gar nicht erst eingeladen. Aber die Künstlerinnen, die ich auf dem  Festival (das ich dann doch nicht besuchen wollte) vermisste, sind hier, auf dieser Compilation. Auch wenn dies nur ein Nebeneffekt der umwerfenden musikalischen Fundstücke - alte Bekannte und neue Schätze - ist, weist FemaleFuture Transatlantic auf einen wichtigen Umstand hin: dass nicht Zusammenstellungen elektronischer Musik, die nur Frauen featuren, das Kuriosum sind, als das sie oft irritiert von der Presse rezipiert werden. Sondern vielmehr die Tatsache, dass fast alle anderen Veröffentlichungen Männer-Platten sind, ohne dass sie jemals als solche gekennzeichnet würden. Also: willkommen in der Normalität.

FemaleFuture Transatlantic ist dabei aber viel mehr als eine Compilation, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die, trotz Initiativen wie Female Pressure und Labels wie Women On Wax , immer noch enervierend unterrepräsentierten Frauen aus der (im weitesten Sinne) elektronischen Musikszene zu featuren und dabei spannende Produzentinnen und deren Tracks einer interessierten Öffentlichkeit zu präsentieren. Die Zusammenstellung bleibt nicht bei dieser wichtigen Aufgabe stehen, sondern stellt zusätzlich translokale, intergenerationelle und Genre-überschreitende Beziehungsgeflechte zwischen Künstlerinnen auf beiden Seiten des Atlantiks her. Wo der englische Kulturwissenschaftler Paul Gilroy in seinem Werk "The Black Atlantic" (1992) die Konstituierung von "black identity" als historischen Prozess eines fortlaufenden, supranationalen Austausches über den Atlantik hinweg beschreibt, lässt FemaleFuture Transatlantic die hier vertretenen Frauen in einen musikalischen Dialog treten, der nach vorne weist. Nicht nur die vertretenen Stücke, sondern schon der Sampler selbst ist die Bewahrheitung des Dictums der stilistisch nicht zu fassenden Kölner Produzentin Niobe: dass musikalisch zu wenig gewagt wird, weil immer die Angst da ist, dass das nicht geht. Hier dagegen geht alles ohne überflüssige Limitierungen: eine klassisch ausgebildete Jazzstimme und passionierte Techniktüftlerin wie Niobe eröffnet, um dann an die große Überraschung der Platte, die fast 70-jährige Alice Coltrane, Pionierin der Jazz-Harfe und Witwe von John Coltrane, zu übergeben. An deren hinduistisch behauchte, hymnische Breitwand-Schwelgerei schmiegt sich beinahe unheimlich perfekt das von Synthie-Zirpen punktierte Cellospiel der (auch) bildenden Künstlerin Michaela Melián- und das sind nur die ersten drei Tracks einer Compilation, die sich im Zickzack über den Atlantik bewegt und dabei nie vorhersehbar ist. Für die melancholisch-poppigen Songtronics von Barbara Morgenstern und Masha Qrella aus Berlin ist genauso Platz wie für die deepe Detroit-Techno-Connection von Moodymann-Kollaborateurin Sky, DJ Genesis oder Remixerin Minx. So kommuniziert Karlsruhe, Baden, mit Oxford, Ohio, und feine Linien ziehen sich zwischen Städten, Genres und Generationen, die mit dem bloßen Auge vielleicht nicht sichtbar wären. Dank FemaleFuture Transatlantic sehen wir - und hören vor allem: großartige Musik, die in diesem Zusammenspiel tatsächlich visionär ist."
Sonja Eismann (INTRO)